Leserbriefe 15.09.19

MM 13.09.2019 _____ Kunstrasen für Leichtathletik ungeeignet
Was den Lärm angeht, werden die in der „städtebaulichen Lärmfibel“ angegebenen Mindestabstände … deutlich unterschritten. … In Ottobrunn ist in ähnlicher Lage … die Nutzung der Schulsportanlagen außerhalb der Schulstunden untersagt. Es gibt dort auch nur nur einen Naturrasenplatz ohne Flutlicht. …
Im alten Gymnasium ist bisher nur ein eigeschränktes Sportabitur möglich … Schwimmen kann nicht gewählt werden, … in der Leichtathletik ist man auf den Sportplatz des KSC angewiesen … da der Kunstrasen … durch Speer- und Diskuswerfen stark beschädigt wird. Somit sind die Schulsportanlagen trotz 94 Mio. Euro Investitionen … nicht voll für den Schulsport … nutzbar.
… lieber den Leichtathletik-Abteilungen der Sportvereine auf dem Naturrasenplatz … ein Sommertraining anbieten und den Fußball als ganzjähriges Lärm-Ereignis da lassen, wo es bereits Flutlichtanlagen gibt. Das wäre auch Nachbarschafts-verträglicher und die Diskussionen um Schadstoffe im Schulbereich von zukünftig 1350 Schülern wären beendet. Constanze Friemert, Kirchheim

SZ 04.03.2019 _____ Zahlen und Fakten verdreht
Verärgert muss man als Kirchheimer in diesen Tagen feststellen, dass zwar offensichtlich ein großer Teil der Bevölkerung Natur- und Artenschutz für sehr wichtig hält, die Mehrheit des Gemeinderates und allen voran Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) aber offenbar nicht viel davon verstanden haben. Dass das neue Gymnasium genau so gebaut werden soll, dass ein mit alten Bäumen bewachsener Wall dafür fast komplett abgeholzt wird, ist für mich unbegreiflich. Es ist nicht besonders kostengünstig und schon gar nicht unvermeidbar. Im Gegenteil: Es gäbe wunderbare, naheliegende Alternativen, zum Beispiel südlich des jetzigen Gymnasiums. Wie dieser Gemeinderatsbeschluss nahelegt, soll echte Natur in der neuen Ortsentwicklung wohl doch eher eine Randerscheinung bleiben. Anstatt die wertvollen bestehenden Biotope gekonnt miteinander zu verbinden, sollen diese weichen oder bestenfalls ersetzt werden. Doch man kann die Natur nicht einfach wegmachen und neu bauen.
Es kommt noch besser: Bürgermeister Böltl äußerte, der Wald werde nicht komplett entfernt, sondern nur „gedreht“. Offensichtlich hat Böltl in den letzten Jahren so vieles verdreht, insbesondere Zahlen und Fakten, dass er nun glaubt, mit dem Wald würde das auch funktionieren. Mir fehlen die Worte. Markus Kurze, Kirchheim

SZ 20.02.2019 _____ Was ist eine Abstimmung wert?
Mit großem Werbeaufwand wurde uns Bürgern der Ortsentwicklungsplan „Kirchheim 2030“ schmackhaft gemacht und zum Bürgerentscheid vorgelegt und von der Mehrheit der Bürger akzeptiert. In „Kirchheim 2030“ ist das circa 40 Jahre alte Wäldchen südlich der Grund- und Hauptschule, das ein Refugium für Tiere (Vögel, Igel, Hasen, Fledermäuse usw.) ist, zu zwei Dritteln erhalten. Jetzt jedoch brauche man Platz für den Gymnasiumneubau, sagt Bürgermeister Böltl, und es müssten im ersten Schritt 50 Prozent des Wäldchens abgeholzt werden und dann von den restlichen 50 Prozent nochmals die Hälfte.
Das steht im eklatanten Widerspruch zur im Bürgerentscheid verabschiedeten Planung. Der Bürgermeister und seine Bauabteilung waren offensichtlich nicht fähig, den Planern klare Baugrenzen vorzulegen, die eingehalten werden müssen – was für einen privaten Bauherrn eine Selbstverständlichkeit ist. Da stellt sich die Frage: Was ist ein Bürgerentscheid zur Ortsentwicklung wert, wenn man ihn bei der erstbesten Gelegenheit als „Geschwätz von gestern“ ansieht? Dr. Anton Kiendl, Kirchheim

SZ 20.02.2019 _____ Alternativen ignoriert
Ist die Situation wirklich so alternativlos, wie Herr Böltl sie darstellt? Natürlich gibt es ein geeignetes Grundstück für das neue Gymnasium, das den Wall komplett erhalten würde: südlich des Lehrerparkplatzes auf der Ostseite der Heimstettner Straße. Warum unser Gemeinderat nicht Verantwortung für unsere Umwelt zeigt und diese Alternative aufgreift, ist nicht nachvollziehbar. Aber vielleicht hat man einfach nicht daran gedacht. Natur muss nicht zerstört werden. Renate Kröniger, Kirchheim

SZ 20.02.2019 _____ Glaubwürdigkeit untergraben
So ist das nun mal in der Kommunalpolitik … : Will man ein geliebtes Bauprojekt verwirklichen, so wird dies erst einmal schön geredet und gerechnet, um dem zu erwartenden Widerstand aus der Bürgerschaft den Wind aus den Segeln zu nehmen. Beim Neubau des Kirchheimer Gymnasium war von vorneherein klar, dass das Wäldchen auf dem Wall ein Hindernis darstellen könnte. Also musste die Planung so gedreht und gewendet werden, dass augenwischenderweise das Wäldchen mehr oder weniger komplett erhalten werden kann. Und so kam es denn auch, dass der Bürgerschaft eine zustimmungsfähige Planung vorgelegt werden konnte.
Und dann, kurz vor den Bauvorbereitungsarbeiten – siehe da – stand das Wäldchen doch ganz erheblich im Wege. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt. Hinterher kann sich der Bürgermeister mit seiner Verwaltung leicht die Hände in Unschuld waschen, waren es doch die Planer, die nicht soweit denken konnten. Jetzt sind da die Sachzwänge, die angeblich keinen anderen Weg mehr zulassen, als Kleinholz zu machen. Die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die politisch Verantwortlichen ist wieder einmal ein Stück untergraben worden. Walter H. Lohrmann, Kirchheim-Heimstetten

MM 18.01.2019 _____ Nicht über Abholzpläne informiert
Mit Entsetzen habe ich gelesen, dass der Wall und damit auch Bäume beseitigt werden sollen. Damit verschwindet ein markanter Punkt unseres Ortsbildes. Als wir für das neue Ortszentrum abgestimmt haben, wurde uns diese Konsequenz nicht vermittelt. Sicherlich hätte die Erkenntnis, dass der Wall vollständig verschwindet, das Ergebnis beeinflusst – wir sind davon ausgegangen, dass die Grünflächen zu einem großen Teil erhalten bleiben. Für uns als Heimstettener Bürger ist eine Ausgleichsfläche an der Autobahn keine Alternative – und zusätzliche, nicht eingeplante Kosten verursacht die Abholzung auch noch. Möchten wir wirklich auf immer mehr Grün verzichten, in einer Umwelt leben, in der kaum mehr Platz für Tiere wie Igel, Wildvögel ist? Wo sollen die geschützten Fledermäuse bleiben?
Besonders irritiert uns auch die Eiligkeit der Entscheidung. Wurden wirklich alle Alternativen ausreichend geprüft? Das bisherige Gymnasium grenzt auch an Wohnsiedlungen. Wie viele Beschwerden gab es dazu?  Und ist die Existenz des Walles jetzt plötzlich erst aufgefallen? Unsere Vorfreude auf eine neue Ortsmitte sinkt gerade mächtig – was kommt noch auf uns zu? Karola Runge, Kirchheim